Teilnehmerin am Workshop Der Trauer einen kreativen Ausdruck geben

"Am Anfang war ich skeptisch – ich eine Skulptur, eine Schale, etwas Kreatives machen???

Aber als ich die Arbeiten von Angela Spindler gesehen habe, war sofort meine Sehnsucht geweckt. So würde ich mich auch gerne ausdrücken können. Der schöne samtig glänzende schwarze Ton hatte es mir angetan. Im Gespräch mit Angela Spindler wuchs meine Zuversicht, dass ich mit ihrer Hilfe ein schönes Stück schaffen könnte, so habe ich mich getraut und mich angemeldet.

Zu Beginn des Kurses hatte ich eine klare Vorstellung, was ich machen wollte. Im Arbeiten und mit den behutsamen (Nach-)Fragen von Angela entstand etwas ganz anderes in meinem Kopf und schließlich traute ich mich und schmiss meine Pläne über den Haufen und ließ mich vom Ton, meinen Händen und Angelas sanft geäußerten Beobachtungen führen.

Heute bin ich stolze Besitzerin einer knapp 40cm hohen Figur, die zu 100% mein Werk ist und zum Vorschein bringt, was ich tief in mir vergraben hatte. Nach dem Brand war meine Schöne noch schöner und ich noch stolzer. Heute steht sie in meinem Arbeitszimmer und erinnert mich immer daran wer ich auch bin.

Ich bin immer noch überrascht was mir unter der Anleitung von Angela gelungen ist und ich bin schon ganz in freudiger Erwartung auf den nächsten Workshop. Danke Angela!" S.W.

Teilnehmer am Trauerwandern

"Interview:
Hedwig: Ihr ward ja nun schon ein paar Mal dabei – könnt ihr vielleicht beschreiben, was das Gehen in euch bewirkt?
A: Da sind die vielen Sinneseindrücke – den Wind auf der Haut spüren, die wärmenden Sonnenstrahlen, das Vogelgezwitscher anders, ja neu wahrzunehmen, die wogenden Getreidefelder zu sehen oder dieses Spiel von Licht und Schatten – beim Gehen werden diese Sinne wieder richtig wach.
H: und es tut einfach gut, die Gedanken kommen und gehen zulassen oder über eine Sache entspannt nachzudenken wie in einem fiktiven Dialog im Kopf.
A: es ist aber auch die Freude am Laufen überhaupt, an der Bewegung, an der Geschmeidigkeit des Körpers
H: und am Ende des Tages der Stolz über das geschaffte Tagesziel. Überhaupt: Dieses Schritt für Schritt dem Ziel näher kommen ist faszinierend. Ich habe erfahren, dass ich viel stärker bin, als ich angenommen hatte.
A: was zählt ist im Grunde immer nur der nächste Schritt und damit auch der neue Blickwinkel, der sich auftut – auf die Landschaft und auch auf so manch drängende Lebensfrage."

Teilnehmer am Trauerwandern

"Zuerst freute ich mich auf die Auszeit vom Alltag, genoss die Bewegung an frischer Luft, die schöne Landschaft, die Begegnungen und nicht zuletzt die gemeinsamen Impulse. Überrascht war ich, dass durch das Gehen mein Blick auf meinen eigenen Lebensweg und auch den mir nahestehender Menschen freier und deutlicher wurde - es fühlte sich an, als würde ich aus der Vogelperspektive auf mein Leben schauen."

Teilnehmer am Trauerwandern

Frau B. erinnert sich:
"Nun war ich wieder unterwegs. Ich ging und war erstaunt, dass ich so weit gekommen bin, mich meine Füße ganz selbstverständlich getragen haben, obwohl ich doch sonst solche Strecken niemals an einem Stück zurücklege. Doch es ist alles so lebendig in mir, dass ich davon nur in der Gegenwart erzählen kann. Ich gehe gut, die Gruppe trägt mich mit, ich fühle mich wohl. Ich nehme die Natur auf in mich, werde eins mit ihr, denn auch ich bin ja ein Teil davon.
Alles, was mich in letzter Zeit so beschäftigt hat, fällt ab von mir, ist zumindest jetzt ganz fern, fast unwirklich. Ich atme die frische Luft, spüre die Sonne und den Wind. So wie meine Lunge frei wird, so wird es auch meine Seele. Ich fühle mich geborgen und zugleich frei.
Ich fühle mich Gott näher, alles um mich herum hat er ja erschaffen, und nicht zuletzt auch mich. Ich danke dir, mein Gott, dass ich das erleben darf. So wie ich diesen Weg gehe, komme ich auch näher zu dir, Schritt für Schritt. Alles braucht seine Zeit, und alles hat seine Zeit. Jetzt ist die Zeit des Gehens. Und doch freue ich mich auch auf die Zeit des Ruhens am Abend, der Stille, des Nachdenkens, was mir dieser Tag gebracht hat. Es ist für mich ein besonderes Glücksgefühl, gehen zu können, gehen zu dürfen. Habe ich doch Zeiten erlebt, da ich das nicht mehr konnte.
Ich bin dankbar für dieses neue Leben, das mir geschenkt ist, das Gott mir geschenkt hat. Aber ich bin nicht alleine auf diesem Weg, das stärkt mich. Ich gehe mit anderen, den gleichen Weg, und doch geht jeder seinen eigenen Weg.
Wir sprechen miteinander, mal in Gruppen, mal zu zweit, wir tauschen uns aus. Und ich erfahre vieles über andere, Dinge die mir neu sind, oder Erfahrungen, die ich selbst auch schon gemacht habe. Und wir alle befinden uns in deiner starken Hand, so bin ich nie alleine, selbst wenn ich ein Stück des Weges alleine gehe.
Wenn wir dann anhalten, um Lieder zu singen und uns spirituell zu gemeinsamen Lesungen zu finden, so wird mir deine Anwesenheit noch bewusster. Diese Einkehrzeiten geben mir Gelegenheit, die Gedanken abzuwenden, von all den kleinen Sorgen und Kümmernissen, die mich sonst gefangen halten. All das ist dann nicht mehr so wichtig.
All die Unruhe, die ich sonst oft verspüre, taucht unter und eine große Gelassenheit ergreift mich, eine Zufriedenheit mit mir selbst. Ich muss mich nicht beweisen, ich b i n. Einfach nur ich selbst, eingefangen in einer größeren Macht, die mich beschützt und meine Wege lenkt, nicht nur diesen, den ich gerade gehe, sondern alle Wege, die ich im Leben gehe, vor allem meine Lebenswege.
So wie ich diesen Weg hier gehe, will ich auch am Ziel dieses Weges ankommen, ein Ziel das einen Namen hat, das ich kenne, obwohl ich noch nie dort gewesen bin. Auch mein Leben wird ein Ziel haben, vielleicht sehe ich es noch nicht so klar, aber wenn der Weg gut war, wird alles gut werden. Und alles oder alle die mich auf diesem Weg begleiten oder mir begegnen, sind ein Teil davon."

Teilnehmer im Trauercafe Forstinning

"Anfangs war ich dem Trauercafe gegenüber sehr skeptisch. Kann mir bei meiner Trauer, die mich auch drei Jahre nach dem Tod meiner Frau immer begleitet, überhaupt jemand helfen? Wird dies nicht die Zeit alleine auch mit sich bringen. Meine Freundin hat mich sehr dazu ermuntert, mir die Gruppe mal anzuschauen, denn es betrifft ja auch die gemeinsame neue Beziehung.
 
Jetzt bin ich sehr froh darüber, denn der Austausch mit anderen Betroffenen zeigt mir, dass jeder von uns Fragen und Ängste hat, man fühlt sich nicht mehr so alleine. Ich kann positive Erfahrungen von meinem Weg weitergeben und bekomme neue Anstöße von den Teilnehmern.
Besonders die Denkanstöße durch die beiden Begleiterinnen, die ich sehr schätze, helfen mir, dieses veränderte Leben besser annehmen zu können. Ich gehe leichter durchs Leben und lerne wieder zu genießen – ohne schlechtes Gewissen. Ich kann wieder Freude empfinden und weiß, dass ich meine Frau nicht vergessen werde und dies auch nicht muss.
Ich kann nur jedem empfehlen, der einen solch massiven Verlust erlebt hat, den Mut zu haben an der Gruppe teilzunehmen. Zudem gibt es immer ein leckeres Frühstück, dabei redet es sich gleich noch besser."
C.F.

Rückmeldungen zur Veranstaltungsreihe 2013

"Bei der ersten Begegnung mit den Trauer-Veranstaltungen kam mir Tod und deren Bewältigung in den Sinn.

Beim Film „Saiten des Lebens“ spürte ich förmlich die verschiedenen Abschiede, die das Leben an sich bringen. Der Film, der das Leben des Cello-Spielers mit der Diagnose Parkinson und dessen Bewältigung sowie die Veränderung mit seiner vertrauten Umgebung waren für mich beeindruckend und wir unterhielten uns noch angeregt am Nachhauseweg.

Der Vortrag „Wie Kinder trauern“ war eine gute Zusammenstellung. Mir ging der Austausch in der Gruppe ab und der Erfahrungsaustausch der anwesenden betroffenen Erwachsenen.

Insgesamt haben Sie mit dieser Reihe das Thema „Trauer“ umfassend in seinen Facetten behandelt. Hilfreich wäre es für mich gewesen, wenn sich die Termine nicht so gehäuft auf den November konzentriert hätten. Ich persönlich nahm die Gelegenheit wahr, mich mit dem Thema erneut zu befassen. Danke."

Ingrid Kastner

"Ein Kompliment dem Kreisbildungswerk, dass es gewagt hat, mit der Reihe "Wenn der Tag die Nacht ablöst" das Thema Tod breit angelegt aufzugreifen. 

Ob Autorenlesung oder Film, die Veranstaltungen waren ein Gewinn. Besonders wichtig erschien mir dabei aber das Gespräch, bei dem persönliche Erfahrungen eingebracht werden konnten. Und zwar das Gespräch mit den Referenten und das Gespräch unter den Veranstaltungsteilnehmern. Ähnliche Erfahrungen können tröstlich sein. Eine Teilnehmerin berichtete: "Ich habe seit einem halben Jahr nicht geschafft, den Tod meiner Mutter, die ich bis zum Schluss gepflegt habe, zu verarbeiten. Bei dieser Veranstaltung habe ich es geschafft, mit der Bewältigung wirklich anzufangen!""

Klemens Siebert

Rückmeldungen zum Film "Saiten des Lebens"

"Der Film "Die Saiten des Lebens" zeigte mir auf, dass Abschied, Trauer (Traurigkeit) und Neubeginn nicht nur Thema beim Tod eines nahestehenden Menschen sind. Bereits durch eine schwere Krankheit - oder beim Älter werden selbst heißt es Abschied nehmen von Fähigkeiten, die man bisher hatte, ja ein Stück Abschiednehmen vom gewohnten Leben. Brechende oder zerbrochene Beziehungen - ob in der Freundschaft oder Partnerschaft - sind Erfahrungen, denen wohl kaum ein Mensch auskommt. Bereits zu Lebzeiten aus diesen Erfahrungen heraus nach einer Zeit der Traurigkeit in guter Weise Platz zu machen, los zu lassen, auf dass Neues - auch in sich selbst - wachsen kann: Eine gute Übung, um mit dem Tod eines geliebten Menschen oder auch mit dem eigenen Tod umzugehen und mit Spannung das Neue zu erwarten, das danach kommt.

Die Reihe "Wenn der Tag die Nacht ablöst: Abschied - Trauer - Neubeginn" des KBW Ebersberg nimmt nicht nur das oftmals verdrängte Thema Tod in die Mitte, es setzt es in das Leben hinein. Vielen Dank dafür."

Sepp Gibis, Besucher

"Wer das Leben ohne den Tod ansieht oder den Tod ohne das Leben, kennt weder das eine noch das andere!" (Jörg Zink) Es ist vielleicht dieser Gedanke, der für mich den Wert der Veranstaltungsreihe ausmacht. Sich mit dem vielleicht letzten großen Tabuthema unserer modernen Gesellschaft auseinanderzusetzen, dient letztlich der Auseinandersetzung mit dem Leben selbst.

Was den Film betrifft, so hatte ich erwartet, dass früher oder später mindestens eine Hauptfigur stirbt. Wie kurz gefasst ich das Thema also zunächst aufgegriffen hatte, wurde schnell deutlich: Schwerpunkt des Streifens war vielmehr das Abschiednehmen in seinen unterschiedlichsten Formen: Die Mutter muss dich von der Vorstellung verabschieden, die sie sich von der Tochter gemacht hatte, der Musiker von seinem Lebenstraum, den er beim Zusammenbruch zusehen muss, der Ehemann muss seinen überehrgeizigen beruflichen Ambitionen wohl ein für alle mal Adieu sagen.

Es sind diese leisen Töne, die diesen Film ausmachen und zum Nach- und Weiterdenken anregten. Im besten Fall wird daraus  sogar eine kritische Selbstreflexion! "Die Saiten des Lebens" schwingen also nicht immer nur heiter; auch die dunklen Untertöne gehören mit dazu und machen, ganz im Sinne Zinks, die gesamte Melodie aus.

In diesem Sinne: Danke für die Präsentation dieses Films!"

Matthias Ott, Besucher

Rückmeldungen zur Vortrag "ohne dich"

"über Trauer ins Gespräch kommen, das unaussprechliche in Worte fassen, ausdrücken, damit sich nichts eindrückt, der Trauer Raum und Ermutigung geben, damit sie fließen kann. Keine Angst vor Tränen, sie sind ein Heilmittel der Seele. Die Individualität der Trauer anerkennen, es gibt kein Rezept, wie mit Trauer umgegangen werden kann, jeder muss seinen ganz eigenen Weg finden. Was können wir tun? der Trauer Raum geben, damit wir alle, auch die wir nicht unmittelbar betroffen sind, einen achtsamen Umgang mit Trauernden finden mögen."

soweit meine spontanen Gedanken zu dem Thema.
Freya von Stülpnagl, Referentin Markt Schwaben

"Ich finde es wichtig, mit diesen Themen an die Öffentlichkeit zu gehen, um diesem großen TABU
seinen "Schrecken" zu nehmen.  Dazu ist es nötig, immer wieder Angebote zu machen, um diese
Themen ins Bewusstsein der Menschen zu rücken und ich finde es klasse, dass wir mit dieser sehr abwechslungsreichen Veranstaltungsreihe einen Anfang gefunden haben. Mir wäre es ein großes Anliegen, nicht nur akut betroffene Menschen in Verlustsituationen mit Angeboten zu erreichen, sondern auch die, die mit Trauernden in Berührung kommen, sie aufzuklären und zu bestärken, um Berührungsängste und Hilflosigkeit abzubauen. Gerade in diesem Bereich bestünde noch ein großer Bedarf, weil das Umfeld Trauernder häufig nicht weiß, wie sie Betroffenen begegnen sollen. Es herrscht eine große Unsicherheit, was ja auch verständlich ist, da wir uns in diesem Zuge auch mit unserer eigenen Endlichkeit auseinandersetzen müssen.

Besonders deutlich wurde dies bei der Veranstaltung von Freya von Stülpnagel. Der Nutzen für den Zuhörer bestand darin, beide Seite kennenzulernen, die einer selbst Betroffenen und die Seite der Begleiterin.

Mich persönlich bestärken die Erfahrungen in den Veranstaltungen und auch meine Erfahrung in der Begleitung von Trauernden mit dieser Arbeit fortzufahren, da sie wichtig ist und auch mein Leben reicher macht."

Andrea Scheller, Referentin aus Aßling, Besucherin

Rückmeldungen zur Lesung von Linda Benedikt "kurze Geschichte vom Sterben"

"Generell fand ich die Veranstaltungsreihe des Netzwerkes Trauer sehr gut, auch wenn ich leider nur die Lesung besuchen konnte. Ich finde es sehr wichtig, dass das Thema Sterben und Tod immer Einzug in die Gesellschaft nimmt und finde es super, dass das KBW dies so toll umgesetzt hat.

Zu der Lesung weiß ich nicht so viel zu sagen. Die Sprache der Autorin hat mir sehr gut gefallen - es war spannend ihr zuzuhören. Es ging in der Geschichte um wenige Tage, in denen eine junge Tochter das Sterben der Mutter begleitet. Im Gespräch danach kam die Frage auf, ob die Autorin sich selbst und ihre Mutter dargestellt hat. Das verneinte sie aber, auch wenn tatsächlich ihre Mutter starb, als sie noch sehr jung war."

Eine Besucherin, die namentlich nicht genannt werden will